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»Göttinger Elch« 2016
Elchgeknutscht

Gestern wurde der Musiker und Schriftsteller Max Goldt für sein satirisches Lebenswerk mit dem Satire-Preis »Göttinger Elch« ausgezeichnet und ist damit der jüngste Preisträger, der den Elch je erhalten hat. Anna Betsch hat Karten für die traditionell restlos ausverkaufte Veranstaltung gewonnen und war… fast ganz nah dran am Geschehen. Ihre Schnappschüsse stellt sie uns zur Verfügung.

Von Anna Betsch

Die erfreuliche Überraschung zuerst: die Plätze könnten besser nicht sein. Doch auch vom hinteren Oberrang des Theaters fällt eins sofort ins Auge: es ist keine Suppe da! Dieses Jahr fehlen die Original Göttinger Elch-Rahm-Süppchen-Dosen auf der Bühne.
Jury-Mitglied Hans Zippert (in Taubengrau u.l.) gibt einen Ausblick auf das Jahr 2050 und darauf, was uns der demografische Wandel noch alles bringt. Wie die Arbeitswelt später aussehen wird haben britische Forscher durch eine Blindverkostung am Mutterleib erforscht.
Der Elch-Preisträger von 2015, Rudi Hurzlmeier (ihr nennt es überbelichtet, wir nennen es terracotta haze) richtet das Wort an Max Goldt. Im Gegensatz zu den anderen Rednern lässt er Taten in Form von Bildern sprechen. Bilduntertitel hier: Auf Samthandschuhen durch die Welt.
Prof. Dr. Heinrich Detering hält die Laudatio und hat sich dafür eine Krawatte umgebunden. Wortgewaltig und mit analytischem Know-how stellt er das Ouevre des »language poets« Max Goldt vor.

Preisträger

Max Goldt wurde 1958 in Weende/Göttingen geboren und gründete 1981 das NDW-Duo Foyer des Arts. Durch seine Kolumne Ich und mein Staubsauger wurde er zum langjährigen Redaktionsmitglied des Satiremagazins TITANIC. Goldt avancierte durch seine Entstellungskunst des Alltags und seinen grotesken Sprachwitz zum gefeierten Gesellschaftshumoristen. Er wurde u.a. mit dem Hugo-Ball-Preis und dem Kleist-Preis ausgezeichnet.

 

Preis


Der Göttinger Elch wird seit 1997 jährlich in Anerkennung eines satirischen Lebenswerks vergeben. Die Auszeichnung soll an den Satire-Urvater Georg Christoph Lichtenberg erinnern, der in Göttingen gelebt und auch geistesgeschichtlich, vor allem durch beißende Aphorismen, zu Bekanntheit gelangte. Der Preis ist hochdotiert: eine prachtvolle Urkunde, eine silberne Elchbrosche und 99 Dosen Original Göttinger Elch-Rahm-Süppchen werden feierlich übergeben. Außerdem wird dem Preisträger ein Taschengeld in Höhe von 3.333 Euro zugesteckt. Geelcht wurden bislang u.a. Harry Rowohlt, Marie Marcks, Hans Traxler, Helge Schneider, Olli Dittrich und Georg Schramm.

 
 
Vom Kolummnieren des »Onkel Max« über Tagebuchaufzeichnungen, Hörbücher, seine Songpoesie und die absurden Dramoletten, die Goldt zusammen mit Stephan Katz in die Welt gebracht hat, gibt der Göttinger Literaturwissenschaftler dem Publikum einen Überblick über dessen beeindruckendes Repertoire.

Max Goldt (links, wahrscheinlich links) erhält den Elch aus massivem Schweden-Stahl, überreicht von OB Köhler (Mitte, ganz sicher!). Im Anschluss und als Höhepunkt der Veranstaltung trägt Goldt verschiedene Werke vor, darunter »Sodbrennen statt Snobismus, ich meinte umgekehrt«, »Dem Strauche wohnt was inne«, »Stets riskant: ein freier Stuhl« und verschiedenen Passagen aus »Chefinnen in bodenlangen Jeansröcken«.


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 Veröffentlicht am 21. März 2016
 Bilder von Anna Betsch // Porträt: © Axel Martens
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