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Das Phänomen Modeblog
Modebloginspirationen

Streetstyle-Blogs, Nachrichten aus der Modewelt, Do-It-Yourself und Blogs über die Schreibenden selbst – Modeblogs besitzen eine Fülle von Unterkategorien. Da verliert der Modeinteressierte leicht den Überblick. In den letzten zwei Artikeln haben wir uns auf die Spuren des »Phänomens Modeblog« begeben, haben dessen Erfolgsgeschichte näher betrachtet und Besonderheiten aufgedeckt. Doch was genau zeichnet einen guten Modeblog eigentlich aus und welche Themen können behandelt werden? Diesen Fragen gehen wir heute auf den Grund und schauen uns die erfolgreichsten Seiten und die weniger bekannten Geheimtipps an.

Von Sophie Peitzmeier

Authentisch sollte der Blog sein und je nach Intention die Persönlichkeit des Schreibenden widerspiegeln. Ganz nach den eigenen Interessen gerichtet gibt es verschiedene Kategorien, die behandelt werden und eine Seite auszeichnen.

Da wären beispielsweise die Informationsseiten, die recht objektiv und nüchtern über die Modewelt, die letzten Schauen, Trends und Veranstaltungen berichten. Hier nimmt sich der Blogger selbst eher zurück.

Der Fashionblog The Cut vom New York Magazine versorgt Modeliebhaber mit brandheißen Informationen aus der Modewelt. Hier werden neue Kollektionen vorgestellt, Kollaborationen angekündigt und Gerüchten aus der Szene nachgegangen. Auch der wirtschaftliche Faktor sowie Kritik der Modewelt kommen nicht zu kurz. Wer einen generellen Überblick erhalten möchte, ist bei The Cut genau richtig.

In den letzten zwei Artikeln der Serie »Phänomen Modeblog« wurde noch darüber gesprochen, wie abwertend einige Moderedakteure Blogs in der Vergangenheit behandelt haben. Heute besitzt eine der bekanntesten Hochglanzmodemagazine Vogue selbst einen Blog. Hier werden Trends geboren oder aufgedeckt und das direkt aus dem Vogue-Kosmos.

Wie bei den Informationsseiten nimmt sich der Blogger auch bei den Streetstyle-Blogs gerne selbst zurück. Die Fotografierten auf der Straße stehen nicht nur im Fokus der Kamera, sondern auch im Mittelpunkt des Blogs.

Die zwei Studenten Electra und Nikolas teilen mit ihren Lesern die in München aufgenommenen Streetstyles. Dazu gibt es – obwohl es um Münchens Straßen und Mode geht – leider nur auf Englisch Stil- und Kombinationstipps von den Bloggern.


Electra und Nikolas zeigen, was die Straßen Münchens modetechnisch zu bieten haben. Auf ihrem Blog stehen die Streetstylefotos klar im Vordergrund.

Die Streetstylefotos des dänischen Blogs thelocals konzentrieren sich auf die Straßen von Kopenhagen, reichen aber auch von Antwerpen über New York bis Stockholm. Die Mode steht hier ganz klar im Mittelpunkt. Außer einer Überschrift und Eckdaten posten die Betreiber nur das Bild selbst. Weniger Wertung in der Modebloggerwelt kann es nicht geben.

Auf Do-It-Yourself-Blogs (DIY) geben Kreative ihre Ideen an die Leser weiter, wie sie einem Kleidungsstück durch Nadel und Faden Persönlichkeit einhauchen können, aus alt neu machen und ihrer Kreativität freien Lauf lassen können.

Auf A Pair & A Spare lebt die aus Australien stammende Geneva ihre kreative Ader – und die ist gewaltig – aus. Mit Bilderkursen führt sie den Leser durch die einzelnen Schritte, um einen Rock vom Flohmarkt in ein Kleid zu verwandeln, aus einem Teppich (!) einen Rock zu nähen oder mit kleinen Perlen einem alten Pulli einen Kragen aufzusticken. In ihrer Wahlheimat Hong Kong stürmt sie alle Stoffmärkte und steckt den Leser mit ihrer Euphorie für DIY-Projekte an.

Von den Selbermachideen der Australierin Geneva kann einfach niemand genug bekommen. Auf ihrem DIY-Blog präsentiert sie ihre kleinen und großen Kunstwerke mit ausführlichen Erklärungen.

Der Blog abeautifulmess macht das Leben bunter und fröhlicher. Die US-Amerikanerin Elsie und ihr Team schreiben gut gelaunte Beiträge rund um die Themen DIY, Fotografie, Essen und Outfitbeiträge. Elsies Modestil ist wie ihr Blog: bunt, etwas verrückt und extravagant – wirklich einzigartig und einen Besuch wert. Das Blogdesign ist liebevoll gestaltet, die Fotos machen Lust die eigene Kamera mal wieder aus der Ecke zu kramen und selbst zu knipsen.

Sehr persönlich kommen die Seiten daher, in denen die Schreibenden über ihr eigenes Leben berichten, ihre Outfits posten oder ihre Leser zum Beispiel an Reisen und Besuchen bei Modenschauen teilhaben lassen. Der Blogger gibt somit viel von sich preis und lässt die Leser am Privatleben teilhaben.

Die deutsche Abiturientin C’est Clairette begeistert auf ihrem Blog mit intelligenten Texten und neuartigen Themen, die zum Nachdenken anregen. Sie betrachtet Mode mit einem Augenzwinkern und ist dabei herrlich authentisch. Ihre bildliche Sprache lässt den Leser die Modephänomene, über die sie schreibt, vorm inneren Auge sehen.


Die Abiturientin C’est Clairette ist kein Modepüppchen. Sie schreibt ehrlich und intelligent, was sie über die Modewelt denkt. Deutschland braucht mehr Modeblogger wie sie.

The Blonde Salad ist ein Phänomen für sich. Hier zeigt sich, was passiert, wenn ein Blog gut vermarktet wird, die Bloggerin engagiert ist und sie die Portion Glück hat, die es braucht, um zu den ganz Großen zu gehören. Die Italienerin Chiara hat es geschafft. Sie räumt reihenweise Blogpreise ab und kollaboriert unter anderem mit Größen wie Dior, Louis Vuitton und Chanel. Die Italienerin weiß, wie man mit Bloggen heutzutage Geld machen kann. Auf ihrem Blog kann der Leser sie auf Reisen begleiten sowie ihrem geschäftigen und modischen Leben folgen.

love-aesthetics folgt keinen Regeln. Die Niederländerin Ivania hält sich nicht mit Trends auf, sie schafft lieber selbst welche. Immer wieder verblüfft sie die Leser mit ihrem puristischen und cleanen Stil. Ihre Garderobe besteht größtenteils aus weißen und schwarzen Stücken, die sie wirkungsvoll in Szene setzt. Ihre DIY-Projekte sind raffiniert und wollen nachgemacht werden. Hier bekommt der Modeinteressierte eine Pause von der sonst so bunten und turbulenten Modewelt und erhält einen neuen Zugang: Manchmal ist weniger mehr.

Zum Projekt

Was hat es mit dem Erfolg der Modeblogs auf sich? Was macht sie so besonders? Wie ist es um die Landschaft der Modeblogs in Deutschland gestellt? Diesen Fragen und anderen wird sich Sophie Peitzmeier mit weiteren Artikeln, Interviews und einer Fotostrecke stellen und das Phänomen Modeblog ausloten.

 
 
Sehr beliebt sind schwedische Modeblogs. Auch wenn die teilweise nur auf schwedisch geschrieben sind, kann sich der Leser hier von dem ganz eigenen Stil der Schweden inspirieren lassen. Mit ihrer teilweise sehr geradlinigen und schlichten Aufmachung oder auch mit verrückten Kombinationen zählen die Blogs immer mehr Leser, auch aus dem Ausland.

Die sympathisch wirkende Schwedin Filippa schreibt über ihre Lieblingsteile und postet Fotos von ihrem sportlich lässigen Stil. Sie teilt Inspirationen mit ihren Lesern, die sie bei ihrer Arbeit bei einem Modeunternehmen sammelt. Ihre Beiträge und Bilder hält sie sehr schlicht und wirkt selbst nie aufdringlich. Die Bilder, die oft in Stockholm entstehen, lassen uns von einem Kurztrip in die schwedische Hauptstadt träumen. Am Ende eines Beitrages findet sich meistens eine Übersetzung des schwedischen Textes auf Englisch.

Der Blog Meloa ist ein Familienprojekt und wird von der Schwedin Susanne und deren Kindern Paulina und Emilia geführt. Sie posten Bilder von ihren Outfits, philosophieren über das Leben und berichten abwechselnd vom Arbeitsalltag in ihren Modeboutiquen Meloa in Malmö und Lund. Gleichzeitig gewähren die drei einen Einblick in das Familienleben. Leider sind die Texte nur auf Schwedisch verfasst, jedoch geben alleine die farben- und lebensfrohen Bilder einen Eindruck vom schwedischen Lebensstil.


Der schwedische Blog liefert uns Einblicke in das Familienleben und in den Boutiquealltag von Mama Susanne und ihren Töchtern. Das Konzept aus schwedischer Unbeschwertheit und gutem Geschmack geht auf.

Gelesen werden all diese Blogbeiträge meist sehr schnell, teilweise sogar flüchtig oder nur überflogen. Manchmal reichen schon die Bilder eines Artikels, um den Blogbesucher zufriedenzustellen. Doch wie ist es, auf der anderen Seite zu stehen und einen eigenen Modeblog zu führen? Nachdem ich dem Phänomen Modeblog so lange auf der Spur war und mich über einen so langen Zeitraum mit dem Thema beschäftigt habe, habe ich kurzerhand vom Empfänger- in den Sendermodus gewechselt und mich einem Selbstversuch unterworfen.

Seit einigen Wochen poste ich nun schon in meiner modekitchen rund um die Themen Beauty und Mode. Fazit: Es ist schwerer als gedacht, nach der euphorischen und spannenden Anfangszeit den Blog nicht zu vergessen und neue Beiträge vorzubereiten. Der zeitliche Aufwand ist dabei größer als anfangs von mir gedacht und von einer fixen Idee bis zum fertigen Beitrag können schon einmal ein paar Tage vergehen. Doch dieser kreative Prozess macht wirklich Spaß und entlohnt für die Mühen. Wer Interesse an der Modewelt hat, seiner kreativen Ader freien Lauf lassen möchte und etwas zu sagen oder zu zeigen hat, wird mit einem eigenen Modeblog eine Ausdrucksplattform und Gleichgesinnte finden. Ansonsten gibt es ja auch noch die vielen anderen Modeblogs zum Lesen, Schmökern und zum Versinken in die bunte und aufregende Welt der Mode.


Als Experiment hat modekitchen angefangen, heute bin ich froh, dass ich den Schritt gewagt und meinen eigenen Blog ins Leben gerufen habe. Mode kann ja so viel Spaß machen.



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 Veröffentlicht am 14. Juni 2012
 Kategorie: Misc.
 Foto von Carool via morguefile.
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