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Händel-Festspiele 2011
Warum Händel?

Die süßen Klänge der Barockmusik – auch in diesem Jahr lockten die internationalen Händel-Festspiele Göttingen wieder zahlreiche Fans der klassischen Musik in die Universitätsstadt, wobei sich alles um das Land der Baguettes und des guten Weines drehen sollte. In vier Artikeln berichtet Sarah Schädler über die Händel-Festspiele 2011. Der Auftakt: Ein Hintergrundbericht.

Von Sarah Schädler

Seit der weltweiten Wiederentdeckung der Brillanz des bekannten deutschen Komponisten Georg Friedrich Händel im Jahre 1920, äußerte das Göttinger Kulturpublikum den Wunsch nach regelmäßigen Aufführungen der Werke des großen Meisters der Barockmusik. Resultierend daraus inszeniert die Göttinger Händel-Gesellschaft seit ihrer Gründung 1931 – nunmehr Jahr für Jahr – in Zusammenarbeit mit der Händel-Stiftung und dem Händel-Club das mit Abstand bedeutendste musikalische Ereignis der Region: Die internationalen Händel-Festspiele Göttingen.1

»Um eine Händel-Oper erleben zu können, wird man nach Göttingen gehen müssen«, lautete der Anspruch Nicholas McGegans, als er 1991 das Amt des künstlerischen Leiters der Händel-Festspiele Göttingen übernahm und die internationalen Kritiken gaben ihm Recht. Aber was macht die Händel-Festspiele so einzigartig? Im Rahmen unterschiedlicher thematischer Schwerpunkte kommen jedes Jahr ungefähr 20.000 Händel-Fans aus der ganzen Welt zusammen, um nicht nur musikalische Meisterleistungen zu bewundern, sondern sich auch ganz persönlich mit den verschiedenen Facetten Händels auseinanderzusetzen.

Zum Projekt

Sarah Schädler besuchte für Litlog eine Reihe von Veranstaltungen der Händel-Festspiele 2011 und berichtet in vier Artikeln über ihre Eindrücke. Der nächste Artikel wird sich mit Dr. Steffen Schneiders Vortrag »Zwischen Vernunft und Gefühl – die französische Literatur zur Händelzeit« befassen.

 
 
So konzentrierte sich zum Beispiel im vergangenen Jahr die Auswahl der Oper und der Oratorien an der Verbindung zwischen »Händel & Hannover«. Neben dem unbestrittenen Highlight der Festspiele – der Inszenierung einer Händel-Oper – können sich die Besucher in Vorträgen und Lesungen weiterbilden, Oratorien und kammermusikalische Werke genießen, einen spannenden Kino-Abend erleben oder in speziellen Workshops voll und ganz in den Geist der Zeit eintauchen. In diesem Jahr wurden auch neue Veranstaltungsformate, wie zum Beispiel das Händel-Dinner im Bullerjahn und das Ballett auf dem Gräflichen Landsitz Hardenberg, ausprobiert und vom Publikum begeistert angenommen.

Vive le Baroque

In diesem Jahr standen die Händel-Festspiele ganz im Zeichen der gegenseitigen Einflussnahme zwischen Händel und Frankreich. »Warum Frankeich?«, mag sich manch ein Kenner fragen, da Händel selbst zu seinen Lebzeiten nie in Frankreich gewesen ist. Und dennoch hat die französische Kultur in seinen Werken Spuren hinterlassen. Nicht selten dienten ihm französische Komponisten und Literaten als Inspirationsquelle, wie es unter anderem bei der in diesem Jahr aufgeführten Oper Teseo der Fall war. Die französische Tragédie en musique beeinflusste den Komponisten über mehrere Jahre, wobei er jenen Einflüssen jedoch eine eigene Handschrift verlieh. Händel verband in seinen Werken Elemente der französischen und der italienischen Musikkultur – ungeachtet jeglicher Feindschaft zwischen den Nationalitäten zur damaligen Zeit. Obgleich Händels Werke in Frankreich zunächst nur mäßig Anklang fanden, so hat er dennoch einen Beitrag zum interkulturellen Austausch zwischen den Nationen geleistet.



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 Veröffentlicht am 8. August 2011
 Kategorie: Misc.
 Georg Friedrich Händel. Gemälde von Thomas Hudson (1749). Via Wikimedia Commons.
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