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Göttinger Szenen
Wohnen in Göttingen

In der WG, im Einzelappartement, im Wohnheim oder bei Mutti: Es gibt viele Möglichkeiten sich in Göttingen eine Bleibe zu suchen.
Gibt es auch Alternativen zu den üblichen Wohnkonzepten? Wir begeben uns auf die Suche nach Seitenwegen und werden eine unerwartete Erkenntnis gewinnen.

Von Lynn van Leewen und Hanna Karch

Von zwei etwas anderen Wohn- und Lebenssituationen in Göttingen erzählen Stefan und Marie. Er ist Mitglied einer Studentenverbindung mit eigenem Haus, sie lebt auf einem Bauwagenplatz. Beide würden wohl nicht viel Gemeinsames an ihren Wohnräumen und Lebenskonzepten entdecken, sondern vor allem die Unterschiede betonen.

Luxus ist relativ

Marie sitzt im Abendsonnenschein auf einem Campingklappstuhl vor ihrem Küchenwagen. »Der bedeutet einen gewissen Luxus«, lacht sie und erzählt von der Zeit, als sie ausschließlich den bunt bemalten Bauwagen nebenan ihr Heim nannte. »Das war schon ein bisschen beengend, aber der Küchenwagen ist sehr praktisch. Ich teile ihn mir mit einer anderen Platzbewohnerin, das ist weniger langweilig«. Seit 2003 ist der Göttinger Platz an der Leine ihr Zuhause. Nach ihrer Lehre machte sie die Bekanntschaft mit Wagenplatzbewohnern, zuerst über eine Freundin, dann spielten auch ähnliche politische Interessen eine Rolle. Sie fing Feuer und beschloss, das Leben im Wagen einmal selbst zu wagen. Und ist dabei geblieben.

Auf dem freien Platz in der Mitte ist eine große Feuerstelle angelegt, noch mit den kalten Resten des gestrigen Lagerfeuers, das stundenlang eine bunte Truppe von Bewohnern und Gästen wärmte. Die konnten sich mit Cocktails, veganem Essen und abwechslungsreicher Livemusik amüsieren. Die Entscheidung für den Platz entstand aus dem Wunsch, vieles anders machen zu wollen. »Zu Beginn hatte das alles eine politische Komponente, aber mittlerweile ist es für mich eher ein Genuss. Besonders jetzt. Gerade fängt die Glühwürmchensaison an, das ist dann wunderschön hier, wirklich reine Magie«.

»Ich wollte nicht nur eine laufende Matrikelnummer sein«

Einen neuen Lebensentwurf verbindet auch Stefan mit seinem Eintritt in die Studentenverbindung Hildeso-Guestphalia. »Ich wollte nicht nur eine laufende Matrikelnummer sein«, sagt er, »mit den zehn oder zwanzig wechselnden Bekanntschaften, die sich im Laufe des Studiums ergeben«. In der Verbindung habe er gefunden, was ihm fehlte. Das Haus, 1896 erbaut, ist der Mittelpunkt für die Corpsmitglieder, der Schauplatz ihres Zusammenlebens und Verkörperung einer langen Tradition. Besucher sind unwillkürlich beeindruckt von diesem Anwesen mit seinen hohen Decken, den alten Dielenböden und dem riesigen Garten, der sich hinter der eleganten, halbrund geschwungenen Terrasse erstreckt.

Stefan ist Sprecher der Hidalgos, wie sich die Corpsstudenten selber nennen und hat damit das Sagen in der Verbindung, die er auch nach außen repräsentiert. Ihm ist es ernst mit seinem Einsatz und der Begeisterung für die Gemeinschaft, das sieht man ihm an, wenn er stolz von der Freundschaft untereinander spricht, vom Zusammenhalt und vom Pauken, den allabendlichen Fechtübungen, an dem alle Aktiven teilnehmen. »Das hat Tradition und gehört dazu«, meint er und erwähnt damit eins der wichtigsten Worte für die Verbindungsstudenten: Tradition. Denn zusammen wohnen, oft und gerne Bier trinken, sich kennen- und schätzen lernen – dafür benötigt es keine Verbindung und kein festes Reglement, wie die meisten WG-Bewohner bestätigen können. Das aktive Pflegen und Bewahren alter Traditionen mache das Besondere aus, gäbe in einer Verbindung Halt und Sicherheit.

Fragt man Marie nach Traditionen, dann zuckt es spöttisch in ihren Mundwinkeln. »Tradition, das Wort ist bei den meisten auf dem Platz wohl eher negativ behaftet. Weihnachten wird nicht gefeiert, einmal gab es auch Streit, als für eines der Kinder ein Weihnachtsbaum aufgestellt wurde, den dann einfach mal jemand weg gepfeffert hat«.

Göttinger Szenen


In der Reihe Göttinger Szenen widmet sich Litlog in Reportagen, Berichten oder Kommentaren verschiedenen Orten und Milieus aus Göttingen. Die Beiträge entstanden im Rahmen eines Seminars zum Thema »Literatur und Journalismus« im Sommersemester 2010.
 
 

Um Traditionen zu etablieren, benötigt man vor allem Zeit und davon hatte die 1854 gegründete Hildeso-Guestphalia eindeutig mehr als der Göttinger Wagenplatz. Seit ca. 12 Jahren gibt es diesen von der Stadt geduldeten Platz, auf dem derzeit 17 Personen leben. Keiner von ihnen ist länger als zehn Jahre hier, die ursprünglichen Bewohner sind mittlerweile alle verzogen. Wagen wurden übernommen, Neues gebaut und vieles verändert.
Im Verbindungshaus stapelt sich Althergebrachtes auf noch Älterem, jede Wand ist geschmückt mit Wappen, Waffen und den Bildern längst verstorbener Corpsbrüder: von Scherenschnitten der ersten Mitglieder bis zum Foto des jüngsten Fuchses. Füchse werden die neuen Mitglieder genannt, die ein Semester lang ihre Tauglichkeit beweisen müssen, ehe sie offiziell zu Aktiven und Bandträgern werden. Band, Fuchs, Farben…..eine eigene Terminologie, ein Hauch von Geheimbruderschaft und immer wieder Tradition. Apropos Bruderschaft – Studentenverbindungen sind rein männlicher Natur.

»Sie sind ein dummer Junge!«

Bei Gesellschaftsabenden sind Damen gern gesehen – wobei sie vorzugsweise elegant das Tanzbein schwingen sollen und dazu einen guten Sekt bekommen, während die Corpsbrüder selbst einen ›Bierjungen‹ trinken. Beim Tanzabend wird erklärt und demonstriert, dass man mit dem rituellen Leertrinken großer Gläser in kurzer Zeit sowohl Konflikte lösen, wie auch die Bindung untereinander stärken könne. »In anderen Städten wird gefochten, wenn es Probleme gibt. Damit zusammen hängt der Ehrenhandel« erklärt Axel, ein Freund aus einer benachbarten Verbindung, »der so von statten ging, dass man sich beleidigte, um jemanden zu fordern. Probate Beleidigung war ›sie sind ein dummer Junge‹. Daraus hat sich dann der Bierjunge entwickelt, quasi eine Biermensur«.

Heinrich Heine, einst selbst Mitglied der Hildeso-Guestphalia, berichtete dichtend über seine Corpsbrüder:

Der lieben Westfalen, womit ich so oft
In Göttingen getrunken,
Bis wir gerührt einander ans Herz
Und unter die Tische gesunken!

Normalerweise wird die Biermensur aber nicht vor Damen praktiziert, denn das schickt sich nicht. »Mit Frauen würde sich auch keiner von uns schlagen, selbst wenn sie es könnten«, erzählt Axel, dessen Corps wegen Nachwuchsmangels gerade kurz vor der Suspension, der zeitweiligen Einstellung des aktiven Corpslebens, steht. »Es gibt zwar Frauenverbindungen, aber da ist es wie mit dem Frauenfußball: sie haben den unbedingten Anspruch, ernst genommen zu werden und das können wir halt gar nicht.« Mit Damen könne man weder den Bierjungen spielen, noch das Fechten exerzieren. »Die gibt es erst seit 20 Jahren und dadurch, dass sie diesen Hintergrund nicht haben… na ja…« Er schaut mitleidig zu Boden und überlegt, welche Form er dem Inhalt des nun Gesagten geben soll. »Frauen sind halt insgesamt nachtragender, da ist es mit einem Bierjungen nicht getan«.

Pauschale Äußerungen über Frauen sollte man auf dem Wagenplatz besser unterlassen, denn Freiheit als Lebensanspruch hin, Individualismus her, auch hier gibt es Grundegeln. Dazu gehören an erster Stelle: Kein Rassismus, kein Antifeminismus. Wer hier wohnen möchte, sollte sich daran halten. Doch wer entscheidet, ob jemand sich falsch verhalten hat, wer hier wohnen darf und wer gehen muss? »Hierarchien gibt es keine, daher auch keinen Sprecher« erklärt Marie. Einmal im Monat gibt es ein Plenum, bei dem alltägliche Probleme wie Holzbeschaffung zum Heizen besprochen werden. Bei Zuzugswünschen empfiehlt es sich, erstmal Namen und Telefonnummer im ausliegenden WG-Buch anzugeben.

»Geht erstmal arbeiten«

Besucher sind gern gesehen, so auch beim Sommerfest. Die direkten Nachbarn auf der anderen Flussseite sähen bzw. hörten das allerdings weniger gern, erzählt Marie. Beschwerden beim Ordnungsamt oder der Polizei, einige erboste Leserbriefe im GT und manchmal auch persönliche Angriffe kommen schon vor. »Wir bieten ihnen dann meist an, die Bässe runter zu regeln« sagt sie schulterzuckend, »aber oft hört man dann nur Phrasen wie ›Geht erst mal arbeiten, bevor ihr feiert‹. Dazu fällt mir dann auch nichts mehr ein, denn da kann den meisten von uns kein Vorwurf gemacht werden«. Studenten wohnen hier, aber auch Gärtner, ein Techniker und eine Chirurgin, außerdem ein Kleinkind.

Sie seien Individualisten, meint Marie, und jeder möchte aus verschiedenen Gründen so leben. Manche suchen die Nähe zur Natur, andere wollen ihre Überzeugungen ausleben und suchen eine ›zivilalternative‹ Wohnart. »Der Platz fungiert nicht als eine politische Einheit«, betont Marie. »Einzelne nutzen den Platz und das viele Kommen und Gehen für ihre ideologische Überzeugungsarbeit«. Andere leben völlig unpolitisch, haben zum Beispiel auch ökonomische Gründe in einem Wagen zu leben. Der Platz ist von der Stadt geduldet, es wird keine Pachtgebühr gezahlt. Fließendes Wasser gibt es nicht, auch keinen Strom, doch einige Wagen sind mit Solarzellen ausgestattet. So wird auch der gemeinsame Telefon- und W-Lan-Anschluss betrieben, den alle Bewohner gemeinsam finanzieren.

Hat jemand zu wenig Geld, wird dies von den Besserverdienenden ausgeglichen. Im Winter – besonders dem vergangenen mit Extremkälte – ohne warmes Wasser, ohne Strom, abhängig von Holzöfen und der Wasserversorgung in Kanistern, könne es schon sehr schwierig sein. Marie hat sich deshalb eine ›Zivilisationsschleuse‹ geschaffen, so nennt sie ihre kleine und günstige Wohnung, in der ihr Computer untergebracht ist, in der sie sich auf Bewerbungsgespräche vorbereitet. »Es ist manchmal ein Vorteil, nicht auszusehen, als lebe man auf dem Wagenplatz«.

»Das vereint ungemein«

Auch Stefan kennt negative Reaktionen auf seine Mitgliedschaft in der Verbindung. »Die meisten von uns tragen das Band nicht außerhalb des Hauses« erzählt er beim Tanzabend. Hinter ihm dreht seit zwei Stunden ein Paar seine Runden sehr gekonnter Standardtänze – auch zu ACDC-Songs.

Der Alte Herr – so heißen Mitglieder, die nicht mehr aktiv, sondern nach dem Studium nur noch finanziell und als Ratgeber am Corps beteiligt sind – schwenkt seine Partnerin schwungvoll durch den großen Raum und genießt sichtlich den Aufenthalt in »seinem« Haus, mit »seinen Brüdern«. Man werde schon seltsam angeguckt, wenn man deutlich mache, dass man in einer Verbindung sei. Er persönlich finde das schade. In Göttingen sei das linke Spektrum ausgeprägt und Parolen wie »Burschis raus« fänden sich immer wieder auf Wänden und Transparenten. Viele machten keine Unterschiede zwischen Burschenschaften, Sänger- und Turnerschaften, Corps und Verbindungen. Während die einen eine politische Gesinnung verfolgen, verstehen sich die anderen als unpolitisch oder konfessionslos.

Er selbst habe noch keine Übergriffe erlebt, Vorurteile allerdings schon, erzählt Stefan, während er im Konventraum steht. Einmal wöchentlich findet hier ein Treffen der Mitglieder statt, die Woche wird geplant, organisatorische und persönliche Angelegenheiten geklärt. Wie fast alles im Haus ist auch der Konventablauf strikt geregelt, das endgültige Wort hat der ›Senior‹, also Stefan. Der ›Fuchsmajor‹ ist dagegen zuständig für die praktische Ausbildung der ›Füchse‹. »Wir lernen hier im Zusammenleben Konflikte zu lösen, zu unserer Meinung zu stehen, andere zu akzeptieren, werden diplomatischer und redegewandter«. Und hier überschneiden sich die Ziele von Marie und Stefan. Auch sie ist überzeugt, dass das Leben auf dem Platz mit all den unterschiedlichen Menschen nur funktioniert, wenn die Kommunikation stimmt, wenn Konflikte konstruktiv gelöst werden. Es bringe einen auch persönlich weiter, helfe bei der eigenen Entwicklung, wenn man in einer Gemeinschaft auf das Wesentliche reduziert lebe.

Das Wesentliche, also die tägliche Arbeit, erledigt in der Verbindung eine Haushälterin samt Familie, genannt die ›Faxenfamilie‹. Es wird gekocht und geputzt, zweimal wöchentlich gibt es nach den Fechtübungen ein 3-Gänge-Menü. Zum Essen dürfen auch Frauen eingeladen werden. Sollte eine von ihnen allerdings am Morgen in einem der Zimmer auf der Aktiven-Etage entdeckt werden, setzt es Strafe. Wie diese aussieht, will keiner sagen, aber die Strafe erfolgt nach Regeln und wird im Konvent vom Sprecher festgelegt. Die Tatsache, dass es diese Strafregelung gibt, zeigt wohl, dass hier der Gehorsam trotz Tradition, Respekt und Zusammenhalt manchmal vernachlässigt wird.

Sentimentale Eichen

Im Konventraum finden 50 Mitglieder Platz, die Tischplatten sind verschrammt, mit unzähligen Schnitzereien versehen – Generationen von Mitgliedern haben hier ihre Spuren hinterlassen, haben Namen, Abkürzungen und immer wieder die Anfangsbuchstaben der Verbindung eingeritzt. Die Wände voller Fotos: Portraitaufnahmen Hunderter junger Männer, immer mit ›Deckel‹ auf dem Kopf, also der Mütze, die die Göttinger ›Füchse‹ tragen. Wer sein Foto aufhängt, der reiht sich buchstäblich ein in eine lange Traditionslinie. In der Etage darunter befindet sich der Paukboden, ein Kellerraum, in dem allabendlich gefochten wird. Wer hier einmal tief Luft holt, der riecht den mit Bierdunst getränkten Duft tiefen Ernstes. Der Kopfschutz auf dem Regal ist angegraut vom Schweiß vieler, die hier »auf die Farben geschlagen« haben, die Farben der Hildeso- Guestphalia. »Das vereint ungemein, man fiebert füreinander mit und nach dem Fechten ist man sentimental«, bestätigt Stefan, angesprochen auf Heines Gedicht, in dem die Verbindungsbrüder als ›sentimentale Eichen‹ bezeichnet werden.

Hier Eichen, dort Wiesenblumen, Tradition auf der einen, Individualismus auf der anderen Seite. Sind das wirklich grundlegende Unterschiede?
Was die Verbindungsstudenten Charakterbildung nennen und was sie durch Regeln, durch eingeübte Formen zu erreichen meinen, das soll beim Wagenplatz durch Freiwilligkeit und Formlosigkeit erzielt werden.
Trotz genuiner Unterschiede ihrer Lebenskonzepte heben sowohl Stefan als auch Marie gemeinsame Ziele hervor: Das Erlernen selbstständigen Denkens und Reflektierens und das Erproben von Konfliktfähigkeit und Konsensstrategien.

Ob sie diese Gemeinsamkeiten beieinander erkennen würden, ist fraglich.
Das elitäre Selbstverständnis und die Exklusivität eines solchen Verbindungshauses würde die Toleranzgrenze von Marie sicherlich überschreiten. Ob Stefan den Komfort einer Faxenfamilie gegen die Wagenplatzromantik mit Plumpsklo eintauschen würde, bleibt ebenfalls ungewiss.

Vielleicht wäre es zu viel des Guten, die beiden zu einem gemeinsamen Gespräch zu laden, aber einen gewissen Reiz hätte es bestimmt.



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 Veröffentlicht am 5. Mai 2011
 Kategorie: Misc.
 Die Zeichnung von 1828 zeigt die Kneiptafel Marburger Burschenschafter. Via Wikimedia.
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 6 Kommentare
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6 Kommentare
Kommentare
 schnuppe
 5. Mai 2011, 18:36 Uhr

endlich mal ein artikel, der unvoreingenommen und neutral über die burschi-szene in göttingen und den wagenplatz…

ok, war nur spaß. ich könnte echt heulen, wenn ich solche unreflektierte berichterstattung über den sexistischen burschenschafts-alltag und so ein opfer-minderheitengedöns lese, wie in diesem bericht über die hidalgos. oh, die armen burschis, und diese pöse, pöse linke szene, die alles scheisse findet, was nicht ihrem weltbild entspricht. auch voll intolerant, gell? wo sind die burschenschaften erwähnt, die regelmäßigen kontakt zur rechtsradikalen szene haben? wieviele sind das in göttingen? und bzgl. des “aber da gibt es doch auch unterschiede”-dings: was ist mit dem rechtskonservativem dünkel, dem exklusiven elitenbewusstsein, das wirklich *alle* burschenschaften, corps, seiltänzersängerturneruswusf. in gö durchzieht? und ach, haha, voll lustig, in wirklichkeit haben maria und stefan ja voll viel gemeinsam mit dem ganzen alltag und so… sorry, aber diese gleichsetzung ist wohl für beide parteien eine himmelhochjauchzende beleidigung. soll das heissen, linkes und rechtes spektrum entsprechen sich ja irgendwie, wie folgender abschnitt suggeriert?

“Sind das wirklich grundlegende Unterschiede?
Was die Verbindungsstudenten Charakterbildung nennen und was sie durch Regeln, durch eingeübte Formen zu erreichen meinen, das soll beim Wagenplatz durch Freiwilligkeit und Formlosigkeit erzielt werden.
Trotz genuiner Unterschiede ihrer Lebenskonzepte heben sowohl Stefan als auch Marie gemeinsame Ziele hervor: Das Erlernen selbstständigen Denkens und Reflektierens und das Erproben von Konfliktfähigkeit und Konsensstrategien.”

tschuldigung, aber das ist doch wohl nicht euer ERNST???

 schnuppe
 5. Mai 2011, 18:42 Uhr

noch was: niemand, weder auf dem wagenplatz noch in der burschenschaft, lebt völlig unpolitisch!!!

 Albert
 6. Mai 2011, 19:12 Uhr

Jetzt hier gleich rund wie auf Monsters oder was?

@schnuppi Ohgottogott.

 chantalle
 7. Mai 2011, 22:11 Uhr

also ich finde burschis ja auch nicht so pralle, aber wenigstens duschen die sich an und wann mal 🙂

 chris
 10. Mai 2011, 00:17 Uhr

Unterschiede gibt es sehr wohl, alle Verbindungsstudenten über einen Kamm scheren, ist tatsächlich ziemlich intollerant und zeugt von ziemlicher Unkenntnis der Szene. Klar gibt es Extreme, die herausstechen und aus denen sich Stereotypen bilden. Aber glaubst du wirklich im Ernst, alle Burschenschaften, Corps, Verbindungen und was es nicht alles gibt sind mit der rechten Szene verbandelt und Sexisten?
Es gibt da durchaus Beispiele für Gruppierungen, denen es einfach nur um eine nette Gemeinschaft geht, die zwar manche Traditionen pflegen und gut finden, die sich aber auch weiterentwickelt haben, ganz selbstverständlich Frauen aufnehmen und sich sozial engagieren, mit einem Spektrum quer durch alle Demokratischen Parteien. Das unterscheidet sie kaum von anderen Vereinen. Und schwarze Schafe gibt es überall, ganz gleich ob in Sportvereine, Burschenschaften, Schachklubs oder in Antifa-Gruppen.

 Teeze
 15. November 2012, 10:23 Uhr

Erst spät auf diesen Artikel gestoßen, aber überrrascht.

Ein wirklich ausgezeichneter Bericht über das eine und das jene in Göttingen.

Großartig

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